28. August regional: Tag der Russlanddeutschen und Gedenken an einen Aufstand in der Slowakai

Tag der Russlanddeutschen
Bild­quel­le: Wal­kers­sk / Pixabay

Seit 1982 wird am 28. August der “Tag der Russ­land­deut­schen” began­gen.  Heu­te jedoch mit wenig Reso­nanz. Der­Tag erin­nert an den 28. August 1941 an dem der rus­si­sche Erlass zur Zwangs­um­sied­lung, die Depor­ta­ti­on der Wol­ga­deut­schen in Kraft trat. 2021 jährt sich die­ser Tag zum 80. mal!

Fast vier­ein­halb Mil­lio­nen Spät­aus­sied­ler haben seit 1950 Auf­nah­me in Deutsch­land gefun­den, davon rund 2,3 Mil­lio­nen aus dem Gebiet der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on, 1,4 Mil­lio­nen aus Polen und 430 000 aus Rumä­ni­en. Mehr zur Dep­por­ta­ti­on und His­to­rie hier. “Die Depor­ta­ti­on der Sowjet­deut­schen vor 80 Jah­ren ist ein Ereig­nis, das heu­te mehr als 500 öffent­li­che Orga­ni­sa­tio­nen der Deut­schen in Russ­land ver­bin­det. Die Erin­ne­rung an die­se Tra­gö­die ist bis heu­te noch gegenwärtig.” 

Historie zum 28. August aus deutscher Sicht:

“Der Tag der Russ­land­deut­schen erin­nert uns ein his­to­ri­sches Ereig­nis am 28. August 1941, dass als Zuwan­de­rungs­grund noch heu­te von gro­ßer Bedeu­tung für unser Land ist. Nach­dem Deutsch­land die Sowjet­uni­on am 22.06.1941 über­fal­len hat­te, befürch­te­te Sta­lin, dass die vie­len Hun­dert­tau­send Russ­land­deut­schen mit Hit­ler sym­pa­thi­sie­ren wür­den. Ohne wei­te­ren Anlass wur­den die­se daher durch einen Erlass am 28.08. als Spio­ne und Sabo­teu­re dis­kre­di­tiert, recht­los gestellt und bin­nen weni­ger Wochen unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen meist in Vieh­wag­gons in die asia­ti­schen Tei­le der Sowjet­uni­on depor­tiert. Schon auf dem Trans­port star­ben Tau­sen­de. .. Offi­zi­ell wur­de die Dis­kri­mi­nie­rung der Russ­land­deut­schen erst 1964 auf­ge­ho­ben; die Rück­wan­de­rung in die frü­he­ren Sied­lungs­ge­bie­te wur­de ihnen aber auf Dau­er ver­wehrt. ..” Bun­des­ver­wal­tungs­amt, 2016, Quel­le

“Bauer Gebel und seine Scholle in Sibirien 

- ein Arti­kel der Mos­kau­er Deut­schen Zei­tung. Der Groß­teil der Russ­land­deut­schen ist in den letz­ten 30 Jah­ren nach Deutsch­land aus­ge­sie­delt. David Davi­do­witsch Gebel ist geblie­ben. Es hat sich gelohnt. „Des is mei Hei­mat“, sagt er. „Ich hab damals geschuf­tet und nicht schlecht gelebt, und heu­te schuf­te ich und lebe nicht schlecht“, sagt David Davi­do­witsch Gebel. Wei­ter hier . Am 8. Okto­ber 2017 fand in Sarep­ta (Wol­go­grad) das Kino­fes­ti­val „Wege der Russ­land­deut­schen“ in Wol­go­grad statt. Details dazu hier.

Situation heute:

Tag der Russlanddeutschen
Anteil Russ­land­deut­sche nach Föde­ra­ti­ons­sub­jek­ten. By Rotes­dia­dem [CC BY-SA 4.0 ], from Wiki­me­dia Commons

Russlanddeutsche Heute

“Als sich die Bezie­hung zu Russ­land nach dem Jahr 2014 mas­siv ver­schlech­tert hat­te, sowie zusätz­lich mit der „Will­kom­mens­kul­tur“ im Jahr 2015 eine neue Ein­wan­de­rungs­wel­le, dies­mal von Kriegs­flücht­lin­gen, in Deutsch­land ein­traf, fühl­ten sich vie­le Russ­land­deut­sche unge­recht behan­delt und zu wenig will­kom­men. Zudem hat­te Russ­land begon­nen, die west­li­chen Demo­kra­tien mit Pro­pa­gan­da anzu­grei­fen. In den von Russ­land­deut­schen auch kon­su­mier­ten rus­si­schen Medi­en wur­de Stim­mung gegen Kanz­le­rin Mer­kel gemacht und die Lage in Deutsch­land ver­zerrt: Eine der Haupt­cha­rak­te­ris­ti­ka des moder­nen Deutsch­land sei der Neo-Faschis­mus, war dort bei­spiels­wei­se zu hören. …” hier .

Aktu­ell jedoch auch: Die Zahl der neu in die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein­rei­sen­den deutsch­stäm­mi­gen Aus­sied­ler ist 2013 nach einem jah­re­lan­gen kon­ti­nu­ier­li­chen Rück­gang erst­mals wie­der gestie­gen. Bis Mit­te Dezem­ber tra­fen im Grenz­durch­gangs­la­ger Fried­land bei Göt­tin­gen rund 2400 Aus­sied­ler ein. Dies sind gut 500 mehr als im Minus­re­kord­jahr 2012. Quel­le

Unterschied zwischen Aussiedlern und Ausländern

Der Unter­schied lässt sich durch deren Geschich­te erklä­ren. Ein Aus­sied­ler — meist sind damit Russ­land­deut­sche gemeint — hat einen geschicht­li­chen fami­liä­ren Hin­ter­grund. Sei­ne Vor­fah­ren sind deutsch stäm­mig und ein Aus­sied­ler hat die deut­sche Staats­bür­ger­schaft. Ein Aus­län­der hat kei­ne deut­sche Staats­bür­ger­schaft, kann aber in Deutsch­land gebo­ren sein. Die Vor­fah­ren kom­men aus dem Aus­land und sind nicht deutsch stäm­mig. … Eini­ge Russ­land­deut­sche haben es zur Berühmt­heit geschafft. Dazu zählt die Sän­ge­rin Hele­ne Fischer, der Nobel­preis­trä­ger And­re Geim und der Fuß­ball­spie­ler Gabri­el Hein­ze.” Quel­le

Eini­ge Russ­land­deut­sche beken­nen sich aktu­ell offen zur AfD und prä­sen­tie­ren sich unter der Domain: https://russlanddeutsche-afd.nrw. Zum Tag der Russ­land­deut­schen am 28. Auugust schrei­ben sie: “Lie­be Sym­pa­thi­san­ten und Freun­de der AfD, lie­be Russlanddeutsche,auf die­sem Wege laden wir Euch für Mitt­woch, den 28.08.2019 um 18:00 Uhr nach Lever­ku­sen ein. Wir wer­den zur Erin­ne­rung an Depor­ta­ti­on, Ver­trei­bung und Ver­fol­gung der Deut­schen in der UdSS­SR am Ost­deut­schen Kreuz (Fried­hof Man­fort, Man­for­ter Str. 182, 51373 Lever­ku­sen) Blu­men nie­der­le­gen.” Quel­le

Filmtipp zum Tag der Russlanddeutschen

Die mit einem 🛒mar­kier­ten Fotos sind soge­nann­te Affi­lia­te-Links. Bei Kauf dar­über erhal­ten wir eine klei­ne Pro­vi­si­on, der Preis ändert sich aber nicht. 


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Slowakischer Nationalaufstand

gegen die ab 29. August 1944 begin­nen­de Okku­pa­ti­on der Slo­wa­kei durch die deut­sche Wehr­macht … Der Slo­wa­ki­sche Natio­nal­auf­stand war neben dem War­schau­er Auf­stand die größ­te Erhe­bung gegen das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Herr­schafts­sys­tem und sei­ne Ver­bün­de­ten in Ost­mit­tel­eu­ro­pa. .. Der Auf­stand dau­er­te bis zum 28. Okto­ber 1944, als die mili­tä­ri­sche Füh­rung der Auf­stän­di­schen nach dem Fall von Bans­ká Bystri­ca den offe­nen Kampf gegen die Wehr­macht auf­gab und zum rei­nen Par­ti­sa­nen­kampf über­ging, den sie bis zur Befrei­ung der Slo­wa­kei durch die Rote Armee im April 1945 fort­setz­te. … Der 29. August ist in der heu­ti­gen Slo­wa­kei ein Staats­fei­er­tag.” wiki­pe­dia

Aber: “Gänz­lich unum­strit­ten ist der Auf­stand in der slo­wa­ki­schen Erin­ne­rungs­kul­tur nicht. Noch 1990 schrieb der tsche­chi­sche His­to­ri­ker und Mit­ar­bei­ter der Slo­wa­ki­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Anton Spiesz: „Im Grun­de war es weder ein slo­wa­ki­scher noch ein natio­na­ler Auf­stand, hin­ter dem nicht die Mehr­heit der slo­wa­ki­schen Bevöl­ke­rung stand, son­dern nur eine Min­der­heit, und zwar Kom­mu­nis­ten, Tsche­cho­slo­wa­kis­ten und Men­schen … Die Mas­se der slo­wa­ki­schen Bevöl­ke­rung stand hin­ter der slo­wa­ki­schen Regie­rung und ihrem Prä­si­den­ten Jozef Tiso.“ Quel­le und mehr dazu hier: WELT 2014

PS: Der Tag wird manch­mal ver­wech­selt mit dem Slo­wa­ki­schen Auf­stand von Sep­tem­ber 1848 bis Novem­ber 1849. Dort ging es um slo­wa­ki­sche bewaff­ne­te Feld­zü­ge gegen die Magya­ren im Rah­men der Revo­lu­ti­on von 1848 und 1849.

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Passend zum Tag der Russlanddeutschen auch:

20. Juni: Welt­flücht­lings­tag / World Refu­gee Day / Welt­tag der Migran­ten und Flüchtlinge

7. Mai: Kein Welt­tag – aber in Russ­land der Tag des Radios

24. Mai: Kein Welt­tag – aber hier & da Tag der kyril­li­schen / sla­wi­schen Schrift – Ден на славянската писменост