22. Mai: Internationaler Tag für biologische Vielfalt, der Biodiversität – International Day for Biological Diversity

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Biodiversität ist der Maßstab: Am 22. Mai ist der: International Day for Biological Diversity, Tag der biologischen Vielfalt, Artenvielfalt oder auch: Tag der Biodiversität. Die UN beschloss diesen Welttag 2000 auf Basis einer Konvention zur biologischen Vielfalt.Für 2018 steht die eigene Feier beim Tag der biologischen Vielfalt im Mittelpunkt bzw. als Motto: “Celebrating 25 Years of Action for Biodiversity”.  Seite zu 2018 hier. Hier eine Liste der einzelnen Länderbeiträge; aus Deutschland ist leider kein Eintrag dabei.

Früher lag das Thema Biodiversität auf dem 29. Dezember. Mit dem UN-Übereinkommens des Erdgipfels im Juni 1992 in Rio de Janeiro wurde der Tag umgelegt. (PS: 29. Dezember ist sicher auch nicht so ein günstiger Termin um ein Thema in die Welt zu tragen.)

In Deutschland finden kaum Veranstaltungen zum Tag der biologischen Vielfalt statt. Das Bundesumweltministerium listet 5, davon 2 als Besuchstermine von Represantaten. Die großen Umweltverbände (BUND, Greenpeace) sind zu diesem Tag auch nicht goss aktiv oder machen eigene Tage derArtenvielfalt, hier z.B. am 10.6. in Hersbruck.

Und dann noch die Zeitschrift GEO, die in den letzten Jahren einen eigenen Tag derArtenvielfalt veranstaltete (als Zählaktion zur Inventur der heimischen Fauna und Flora), jetzt aber diesen als “Tag der Natur” benennt. In 2018 am 16. und 17. Juni.

Diese Vielfalt an Terminen hat das Ansinnen der UN vielleicht auch geschwächt. Zudem:  Es gibt auch kritische Stimmen zum Tag: “Blickt man heute zurück auf das inzwischen verstrichene Vierteljahrhundert, dann ist Optimismus allerdings fehl am Platz: Die Welt ist um tausende Arten ärmer geworden, aber statt dass sich die Staaten an die Vereinbarung erinnern und die Kräfte verstärken, scheint es, dass man sich ans grosse Aussterben gewöhnt. Über den Tod der letzten Breitmaulnashörner erscheinen in den Medien noch Randnotizen, die meisten Arten jedoch sterben im Stillen, kaum bemerkt und nicht wichtig genug für eine Meldung. Viele Arten sterben aus, noch bevor sie entdeckt wurden.” Quelle

Der Begriff “Biodiversität” ist immer noch gewöhnungsbedürftig und nicht so geläufig. In Deutschland ist der Begriff “Artenvielfalt” sicher anschaulicher. In der Biologie gewinnt aber “Biodiversität” zunehmend an Bedeutung, weil neben Zuständen der Natur auch deren Wechselwirkungen beschrieben werden. Wer tiefer in diesen Begriff einsteigenmöchte schaue mal hier: http://www.greenfacts.org/de/biodiversitat/

Eindrucksvolle Fotos und Videos liefert zum Tag für biologische Vielfalt der twitter-hashtag:

Die Artenvielfalt auch in Deutschland ist beeindruckend: 2.900 Pflanzenarten,  188 einheimische Baum- und Straucharten, 269 Arten von Meer- und Süßwasserfischen, 74 Tierrassen allein bei vierbeinigen Nutztieren zählen zur heimischen biologischen Vielfalt in Deutschland. >>http://www.agrar-presseportal.de…

Aktuell befindet sich die Lebewesen auf der Erde in einer schrumpfenden  Situation. Es gibt Aussagen dass die Artenvielfalt auf der Erde zwischen 1970 und 2010 um 52 Prozent gesunken ist. (WWF, Quelle).

Artenvielfalt ist durch die Zersiedelung der Wälder bedroht. Zusammenhängende Waldgebiete wurden in den letzten Jahrzehnten durch Straßen, Siedlungen etc. auseinandergerissen. Ein gutes Beispiel wie dies wirkt war die Bedrohung der Wildkatze (eine eigene Katzenart). Diese konnte sich immer weniger bewegen und neue Partner finden, weil die Wildkatze offene Felder meidet und daher durch Zersiedelungsbauten in íhrem Gebiet gefangen war. Mühsam angelegte Buschreihen als Korridore zwischen den einzelnen größeren Waldgebieten ermöglichten dann wieder den notwendigen Austausch der Wildkatzen untereinander, auch um Inzucht zu vermeiden. Seit 2002 ist sie nun auch nicht mehr auf der Liste der Bedrohten Arten. (Details zur Wildkatze z.B. bei wikipedia).

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Das Schweizer Weinhandelshaus Delinat wiederholt 2016 ihre Aktion zum Tag: Am 22.Mai wird der “Delinat-Tag der Biodiversität” gefeiert und es wird gemeinsam auf die Biodiversität angestoßen. 100 gemeldete Feste (auch in Deutschland…) wurden mit “Biodiversitätswein” zum halben Preis unterstützt.

Die schrillsten Alarmglocken zum Thema Arten erklingen bei einer Betrachtung der Erdgeschichte. Eberhard Brandes vom WWF Deutschland sagt: „Der Mensch verursacht gerade das größte globale Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier.“ Es ist dramatisch und spannend zugleich. Als Einstieg in dies Thema können die wikipedia Seiten zum Aussterben und auch zum Massenaussterben helfen. Hier würde es den Rahmen sprengen.

 Buchtipps zum Tag für biologische Vielfalt:

Biodiversität: Unsere wertvollste Ressource (HERDER spektrum) Carsten Neßhöver zeigt anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Fakten auf, warum Biodiversität unsere wertvollste Ressource ist – und was wir tun müssen, um sie zu schützen. .. 208 Seiten aus 2013. 9,99 / 4,17 Euro.

 

Biodiversität und Erdgeschichte Dieses inspirierende und motivierende Lehrbuch zeichnet fächerübergreifend ein beeindruckendes Gesamtbild der biologischen Vielfalt. Spannende Aspekte der Evolution der Erde und des Lebens werden durch interdisziplinäre Verknüpfung geowissenschaftlicher und biowissenschaftlicher Aspekte aus einer ganz neuen Perspektive anschaulich vermittelt. Der Schwerpunkt liegt hierbei – unter Einbeziehung aktuellster wissenschaftlicher Erkenntnisse – auf dem Verständnis von Konzepten und Mechanismen. 39,99 / 36,15 Euro. 402 Seiten von 2014.


Nahe zum Tag für biologische Vielfalt liegt der

3. März: Welttag des Artenschutz – Tag des Artenschutzes – Artenschutztag und auch der

22. April: Internationaler Tag der Erde – Earth Day hat das Thema Artenschutz zentral mit Blick.