21. Juli: Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen / Drug Users Remebrance Day / Gedenktag Drogentote

Grafik: JES Bundesverband e.V. – mit freundlicher Genehmigung vom 19.7.2020. Quelle

2020 starben deutschlandweit 1.581 Menschen. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen – durch Aufklärung, Angebote zur Risikominimierung und der Überlebenshilfe. Motto des Tages 2021: “Drogentod vermeiden – Substitutionsbehandlung individualisieren”

Neue zentrale Seite hier: https://www.gedenktag21juli.de/

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Wikipedia-Seite zum Tag: wikipedia.
Facebookseite der JES, ca. 1.300 Abonnenten

Übrigens: Der 8. alternative Drogen- und Suchtbericht 2021 ist soeben erschienen. 194 Seiten hier im download über die facebookseite des JES Bundesverband e.V.

Warum 21. Juli?

„Am 21. Juli 1994 starb in Gladbeck der junge Drogengebraucher Ingo Marten. Seiner Mutter gelang es unter Mithilfe der Stadt, eine Gedenkstätte für Ingo und andere verstorbene Drogengebraucher*innen zu installieren, den in den nächsten Jahren weitere Orte der Erinnerung und Mahnung folgten. Der erste Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige wurde 1998 begangen.“ Quelle

Die Aktiven:

Akteur dieses Tages ist neben der aids-Hilfe e.V. u.a. der Bundesverband LES (Junkies, Ehemalige und Substituierte). Deren PM zum Tag 2019 hier im download. „Im Jahr 2019 sind in Deutschland 1398 Drogenkonsument*innen verstorben, das sind fast 10% mehr als im Vorjahr ( 2018).“ ..aber: „… als Folge von Alkoholmissbrauch gab es über 70.000 und als Folge des Tabakrauchens über 110.000 Todesfälle.“ wikipedia.

Dabei auch noch: Bundesarbeitsgemeinschaft der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit, Deutsche Aidshilfe e.V. , Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V., Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik e.V.

DAH-Vorstand (Deutsche Aids Hilfe) Winfried Holz: „Zugleich genügt es nicht, der Verstorbenen zu gedenken. Es ist Zeit zu handeln! Die Zahl der Drogentoten ließe sich mit einfachen Mitteln senken. … Noch immer haben zehn Bundesländer keine Drogenkonsumräume eingerichtet, obwohl diese Einrichtungen Leben retten sowie HIV- und Hepatitis-Infektionen verhindern. Noch immer ist das Notfallmedikament Naloxon, das im Fall einer Überdosis Heroin hilft, im entscheidenden Moment für Drogenkonsumenten nicht verfügbar. .. “ Quelle: https://www.aidshilfe.de..

Aktionen Gedenktag Drogentote

pixabay – pixel2013

In ca. 50 deutschsprachigen Städten finden Aktionen an diesem Drogengedenktag stat, Städteliste hier. Hinweise auf Aktionen in anderen Ländern haben wir jedoch nicht gefunden, obwohl die Initiatoren schreiben: „Auch international finden inzwischen zahlreiche Aktionen am 21. Juli statt, 2014 z.B. in Spanien, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien, Kanada, Australien oder Schweden.“ Quelle

Weniger Drogentote in Portugal:

Weniger Konsumenten, weniger Drogentote: In Portugal wurden harte Substanzen wie Heroin und Kokain entkriminalisiert – mit positiven Folgen. Wie sollte Deutschland mit dem Thema umgehen? Beitrag des TV-Magazin wiso dazu hier auf einer facebookseite.

„Überdosen haben ein epidemisches Ausmaß erreicht“

International ist die Situation teils viel dramatischer: Während in Europa ca. 0,002% der Bevölkerung (2 Tote auf 100.000 Einwohner in DE; Rekordzahl Europas in Estland mit 5x soviel, rund 10 pro 100.000 Einwohner!)  vorzeitig aufgrund von Drogenkonsum sterben sind es aanderswo wesentlich mehr: In  Russland über 30x soviel, in den USA 7x mehr als in Deutschland. In den USA starb laut UN-Bericht 2017 die Rekordzahl von 70.000 Menschen an einer Überdosis Drogen, allein 47.600 an einer Überdosis von Opioiden. „Überdosen haben ein epidemisches Ausmaß erreicht“, .. In einer besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe der USA, männlichen Weißen zwischen 15 und 34 Jahren, lag die Rate jedoch bei 28 von 100 Todesfällen. wikipedia

5 Buchtipps zum Gedenktag Drogentote

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Vom Schirmherr des Tages: Kiffen und Kriminalität: Der Jugendrichter zieht Bilanz: „Ca. vier Millionen Menschen in Deutschland konsumieren regelmäßig Cannabis. Sie alle müssen mit der Angst vor strafrechtlicher Verfolgung und sozialer Stigmatisierung leben. Der landesweit bekannte Jugendrichter Andreas Müller legt dar, welche gravierenden Folgen das Verbot der Droge hat und warum damit endlich Schluss sein muss.“ 19,99 / gebr. 8,50.

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Hochgelobt: Drogen: Die Geschichte eines langen Krieges. Der britische Journalist Johann Hari begibt sich auf eine einzigartige Reise – von Brooklyn über Mexiko bis nach Deutschland – und erzählt die Geschichten derjenigen, deren Leben vom immerwährenden Kampf gegen Drogen geprägt ist: von Dealern, Süchtigen, Kartellmitgliedern, den Verlierern und Profiteuren. Mit seiner grandiosen literarischen Reportage schreibt Hari sowohl eine Geschichte des Krieges gegen Drogen als auch ein mitreißendes und streitbares Plädoyer zum Umdenken. »Hervorragender Journalismus, packend erzählt.« Naomi Klein. »Phantastisch!« Noam Chomsky . 448 Seiten aus 2015.

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Thematisch dem Gedenktag Drogentote nahe:

26. Juni: Weltdrogentag / internationaler Tag gegen Drogenmißbrauch und illegalen Drogenhandel / International Day against Drug Abuse and Illicit Trafficking

20. April: Kein Welttag aber in einigen Regionen der Internationale Kiffertag / 420 Day

9. September: Fast ein Welttag: Tag des alkoholgeschädigten Kindes