Videogames und Onlinespiele: Wer sorgt für den Schutz von Kindern und Jugendlichen?

Ob kleine oder größere Kinder – irgendwann kommt die Zeit, in der der Nachwuchs sich mit Videogames an der Konsole, auf dem Tablet, am PC oder am Handy die Zeit vertreibt. Spielen ist eben auch digital und online. Aber wie ist garantiert, dass Kinder und Jugendliche nur die für sie geeigneten Spiele spielen, in ihrer Psyche nicht überfordert und auch nicht suchtgefährdet werden?

Jugendschutz für Videospiele – darauf kommt es an

Die Sicherheit der Kinder genießt bei Eltern die höchste Priorität. Das beginnt schon bei der Auswahl des richtigen Kindersitzes für das Auto, geht über das erste Kinderfahrrad und macht auch vor dem Thema Spielen mit Freunden draußen nicht Halt. Was aber ist mit den Videospielen? Natürlich ist den meisten Eltern bewusst, dass auch hier Gefahren lauern. Zwar drohen hier keine gebrochenen Knochen, dafür aber Inhalte in Videospielen, die nicht kindgerecht sind oder aber auch Gefahren wie das Suchtpotenzial oder auch die des übermäßigen Geld-Ausgebens in den Spielen.

Das Spielen von Videogames und Online-Games deswegen grundsätzlich zu verbieten, ist nicht zielführend. Digitale Spiele gehören heute zur normalen Kindesentwicklung dazu wie die gute alte Holzeisenbahn früher. Viel wichtiger als das Verbot sind daher umfassende Kenntnisse über den Jugendschutz bei Online- und Videogames, das offene Gespräch über Nutzungsbedingungen sowie die sorgfältige Regelung des Umgangs mit Daten, Privatsphäre, Werbung und Geld.

Die gesetzlichen Grundlagen für den Jugendschutz bei Videospielen

Eltern und Kinder werden beim Umgang mit Spielen, der Auswahl und der Nutzung nicht allein gelassen. Das Jugendschutzgesetz regelt auch den Bereich der Unterhaltungssoftware. Dabei unterliegen diesen Bestimmungen alle Spiele, die auf Hardware, also Trägermedien, erhältlich sind. Nach einem staatlich festgelegtem Prüfverfahren und mit strengen Kontrollen werden hier die Spiele auf jugend- und kindesgefährdende Inhalte und neuerdings auch auf Glücksspielelemente wie man sie im Online-Casino findet, und Kaufmöglichkeiten in den Spielen, in Speilen geprüft und dementsprechend gekennzeichnet. Ob, was und wie lange die Heranwachsenden dann spielen, liegt in der Verantwortung der Eltern.

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Die Neuerung im Jahr 2023 war ein wichtiger Schritt, da immer mehr Spiele Online-Möglichkeiten bieten. Das ist insofern relevant, als Online-Games wie Browserspiele, Multiplayer-Online-Spiele, Spiele auf Trägermedien mit Online-Modus oder die vielen Apps, die man aufs Handy laden kann, nicht dem Jugendschutzgesetz, sondern dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag unterliegen. Die digitalen Medien sind zwar auch in den meisten Fällen mit einer Altersfreigabe gekennzeichnet, diese entsteht aber nicht unter den strengen Prüfverfahren der USK. Alle Jugendschutzregelungen und auch die Altersfreigabeeinschätzung liegen hier in der Verantwortung des Anbieters der Spiele.

Jugendschutzeinstellungen bei den Plattformen für Online-Gaming

Zwar gibt es vor allem durch die Legalisierung des Glücksspiels in Online-Casinos strengere Auflagen, welche die Spielebetreiber beachten müssen, aber in der Regel müssen nur Sicherheitsriegel und Möglichkeiten für beschränkte Zugriffe, Ausgaben und Nutzungsdauern angeboten werden. Es gibt wie fürs Fahrradfahren den passenden Kindersitz, den Schutzhelm fürs Kind und noch weitere Schutzmöglichkeiten wie Protektoren und Schutzkleidung, auf die Sicherheit der Heranwachsenden beim Online-Spielen müssen aber die Eltern selbst achten. Daher sollten Eltern einige Tipps berücksichtigen, um ihren Kindern ein unbeschwertes Spielvergnügen zu ermöglichen:

  • Zeiten und Nutzungsdauern festlegen
  • Spiele gemeinsam aussuchen und über die Inhalte sprechen
  • technische Einstellungen bei den Spielen vornehmen (Sperrung von sozialen Netzwerken, Einschränkung der Online-Kommunikation, Sperrung von Kaufmöglichkeiten)

Aktivierung von Privatsphäre-Einstellungen im Spiel und gemeinsames Anlegen von Accounts und Eingabe persönlicher Daten