28. August regional: Deutschland feiert den Tag der Russlanddeutschen und die Slowakai gedenkt ihres Aufstands gegen die Wehrmacht ab 1944.

Tag der Russlanddeutschen
Walkerssk / Pixabay

Seit 1982 wird am 28. August der „Tag der Russlanddeutschen“ begangen.  Heute jedoch mit wenig Resonanz. DerTag erinnert an den 28. August 1941 an dem der russische Erlass zur Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen in Kraft trat. Fast viereinhalb Millionen Spätaussiedler (& Helene Fischer) haben seit 1950 Aufnahme in Deutschland gefunden, davon rund 2,3 Millionen aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, 1,4 Millionen aus Polen und 430 000 aus Rumänien.

Zentrale Seiten zum Tag der Russlanddeutschen ist:  http://www.rusdeutsch.eu/ . Historie und Ziele dieser Plattform hier Dort gibt es dann vielfältige Berichte – auch von  bzw. über Gebliebenen, z.B. dieser vom heutigen Tage (28.8.2018)

„Bauer Gebel und seine Scholle in Sibirien – ein Artikel der Moskauer Deutschen Zeitung. Der Großteil der Russlanddeutschen ist in den letzten 30 Jahren nach Deutschland ausgesiedelt. David Davidowitsch Gebel ist geblieben. Es hat sich gelohnt. „Des is mei Heimat“, sagt er. „Ich hab damals geschuftet und nicht schlecht gelebt, und heute schufte ich und lebe nicht schlecht“, sagt David Davidowitsch Gebel. Weiter hier

Auf https://russlanddeutsche.plakos.de/  gibt es auch ein Wissensquiz zum Tag. Erste Frage z.B.: „In welchem Bundesland liegt Oberhausen?“ Direkt zum Quiz.

Am 8. Oktober 2017 fand in Sarepta (Wolgograd) das Kinofestival „Wege der Russlanddeutschen“ in Wolgograd statt. Details dazu hier.

Und einen eignen Radiosender gibts auch: http://www.sw-radio.com/ . Sein Motto: „Radio hören – Gott erleben“.

Situation heute:

Tag der Russlanddeutschen
Anteil Russlanddeutsche nach Föderationssubjekten. By Rotesdiadem [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons

„Als sich die Beziehung zu Russland nach dem Jahr 2014 massiv verschlechtert hatte, sowie zusätzlich mit der „Willkommenskultur“ im Jahr 2015 eine neue Einwanderungswelle, diesmal von Kriegsflüchtlingen, in Deutschland eintraf, fühlten sich viele Russlanddeutsche ungerecht behandelt und zu wenig willkommen. Zudem hatte Russland begonnen, die westlichen Demokratien mit Propaganda anzugreifen. In den von Russlanddeutschen auch konsumierten russischen Medien wurde Stimmung gegen Kanzlerin Merkel gemacht und die Lage in Deutschland verzerrt: Eine der Hauptcharakteristika des modernen Deutschland sei der Neo-Faschismus, war dort beispielsweise zu hören. …“ hier

Aktuell jedoch auch: Die Zahl der neu in die Bundesrepublik Deutschland einreisenden deutschstämmigen Aussiedler ist 2013 nach einem jahrelangen kontinuierlichen Rückgang erstmals wieder gestiegen. Bis Mitte Dezember trafen im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen rund 2400 Aussiedler ein. Dies sind gut 500 mehr als im Minusrekordjahr 2012. Quelle

„Unterschied zwischen Aussiedlern und Ausländern: Der Unterschied lässt sich durch deren Geschichte erklären. Ein Aussiedler – meist sind damit Russlanddeutsche gemeint – hat einen geschichtlichen familiären Hintergrund. Seine Vorfahren sind deutsch stämmig und ein Aussiedler hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Ein Ausländer hat keine deutsche Staatsbürgerschaft, kann aber in Deutschland geboren sein. Die Vorfahren kommen aus dem Ausland und sind nicht deutsch stämmig. … Einige Russlanddeutsche haben es zur Berühmtheit geschafft. Dazu zählt die Sängerin Helene Fischer, der Nobelpreisträger Andre Geim und der Fußballspieler Gabriel Heinze.“ Quelle

Einige Russlanddeutsche bekennen sich aktuell offen zur AfD und präsentieren sich unter der Domain: https://russlanddeutsche-afd.nrw. Zum Tag der Russlanddeutschen am 28. Auugust schreiben sie: „Liebe Sympathisanten und Freunde der AfD, liebe Russlanddeutsche,auf diesem Wege laden wir Euch für Mittwoch, den 28.08.2019 um 18:00 Uhr nach Leverkusen ein. Wir werden zur Erinnerung an Deportation, Vertreibung und Verfolgung der Deutschen in der UdSSSR am Ostdeutschen Kreuz (Friedhof Manfort, Manforter Str. 182, 51373 Leverkusen) Blumen niederlegen.“ Quelle

Buchtipp zum Tag der Russlanddeutschen

Tag der Russlanddeutschen

Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts … ist das erste Nachschlagewerk zu einem Thema, das in letzter Zeit sowohl in der Forschung wie in der breiten Öffentlichkeit heftig diskutiert worden ist. Es hat zum Ziel, den derzeitigen Stand der Forschung zur Geschichte der Deportationen, Zwangsaussiedlungen und ethnischen Säuberungen in Europa zwischen 1912 und 1999 zu bilanzieren. 870 Seiten aus 2010. Neu 50,- / gebr. ab 24,- Euro. https://amzn.to/2MS9m1b

Slowakischer Nationalaufstand .. gegen die ab 29. August 1944 beginnende Okkupation der Slowakei durch die deutsche Wehrmacht … Der Slowakische Nationalaufstand war neben dem Warschauer Aufstand die größte Erhebung gegen das nationalsozialistische Herrschaftssystem und seine Verbündeten in Ostmitteleuropa. .. Der Aufstand dauerte bis zum 28. Oktober 1944, als die militärische Führung der Aufständischen nach dem Fall von Banská Bystrica den offenen Kampf gegen die Wehrmacht aufgab und zum reinen Partisanenkampf überging, den sie bis zur Befreiung der Slowakei durch die Rote Armee im April 1945 fortsetzte. … Der 29. August ist in der heutigen Slowakei ein Staatsfeiertag.“ wikipedia

Passend zum Buchtipp zum Tag der Russlanddeutschen auch:

20. Juni: Weltflüchtlingstag / World Refugee Day / Welttag der Migranten und Flüchtlinge

7. Mai: Kein Welttag – aber in Russland der Tag des Radios

24. Mai: Kein Welttag – aber hier & da Tag der kyrillischen / slawischen Schrift – Ден на славянската писменост