28. August regional: Tag der Russlanddeutschen. Und die Slowakai gedenkt ihres Aufstands gegen die Wehrmacht ab 1944.

Tag der Russlanddeutschen
Walkerssk / Pixabay

Seit 1982 wird bzw. wurde am 28. August der „Tag der Russlanddeutschen“ begangen.  Heute jedoch mit wenig Resonanz. DerTag erinnert an den 28. August 1941 an dem der russische Erlass zur Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen in Kraft trat.

Fast viereinhalb Millionen Spätaussiedler haben seit 1950 Aufnahme in Deutschland gefunden, davon rund 2,3 Millionen aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, 1,4 Millionen aus Polen und 430 000 aus Rumänien. Zentrale Seiten der Russlanddeutschen ist:  http://www.rusdeutsch.eu/ . – zum Tag selbst haben wir dort aber Nichts gefunden.

Historie zum 28. August aus deutscher Sicht:

„Der Tag der Russlanddeutschen erinnert uns ein historisches Ereignis am 28. August 1941, dass als Zuwanderungsgrund noch heute von großer Bedeutung für unser Land ist. Nachdem Deutschland die Sowjetunion am 22.06.1941 überfallen hatte, befürchtete Stalin, dass die vielen Hunderttausend Russlanddeutschen mit Hitler sympathisieren würden. Ohne weiteren Anlass wurden diese daher durch einen Erlass am 28.08. als Spione und Saboteure diskreditiert, rechtlos gestellt und binnen weniger Wochen unter menschenunwürdigen Bedingungen meist in Viehwaggons in die asiatischen Teile der Sowjetunion deportiert. Schon auf dem Transport starben Tausende. .. Offiziell wurde die Diskriminierung der Russlanddeutschen erst 1964 aufgehoben; die Rückwanderung in die früheren Siedlungsgebiete wurde ihnen aber auf Dauer verwehrt. ..“ Bundesverwaltungsamt, 2016, Quelle

„Bauer Gebel und seine Scholle in Sibirien – ein Artikel der Moskauer Deutschen Zeitung. Der Großteil der Russlanddeutschen ist in den letzten 30 Jahren nach Deutschland ausgesiedelt. David Davidowitsch Gebel ist geblieben. Es hat sich gelohnt. „Des is mei Heimat“, sagt er. „Ich hab damals geschuftet und nicht schlecht gelebt, und heute schufte ich und lebe nicht schlecht“, sagt David Davidowitsch Gebel. Weiter hier .

Am 8. Oktober 2017 fand in Sarepta (Wolgograd) das Kinofestival „Wege der Russlanddeutschen“ in Wolgograd statt. Details dazu hier.

Situation heute:

Tag der Russlanddeutschen
Anteil Russlanddeutsche nach Föderationssubjekten. By Rotesdiadem [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons

Russlanddeutsche Heute

„Als sich die Beziehung zu Russland nach dem Jahr 2014 massiv verschlechtert hatte, sowie zusätzlich mit der „Willkommenskultur“ im Jahr 2015 eine neue Einwanderungswelle, diesmal von Kriegsflüchtlingen, in Deutschland eintraf, fühlten sich viele Russlanddeutsche ungerecht behandelt und zu wenig willkommen. Zudem hatte Russland begonnen, die westlichen Demokratien mit Propaganda anzugreifen. In den von Russlanddeutschen auch konsumierten russischen Medien wurde Stimmung gegen Kanzlerin Merkel gemacht und die Lage in Deutschland verzerrt: Eine der Hauptcharakteristika des modernen Deutschland sei der Neo-Faschismus, war dort beispielsweise zu hören. …“ hier .

Aktuell jedoch auch: Die Zahl der neu in die Bundesrepublik Deutschland einreisenden deutschstämmigen Aussiedler ist 2013 nach einem jahrelangen kontinuierlichen Rückgang erstmals wieder gestiegen. Bis Mitte Dezember trafen im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen rund 2400 Aussiedler ein. Dies sind gut 500 mehr als im Minusrekordjahr 2012. Quelle

Unterschied zwischen Aussiedlern und Ausländern

Der Unterschied lässt sich durch deren Geschichte erklären. Ein Aussiedler – meist sind damit Russlanddeutsche gemeint – hat einen geschichtlichen familiären Hintergrund. Seine Vorfahren sind deutsch stämmig und ein Aussiedler hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Ein Ausländer hat keine deutsche Staatsbürgerschaft, kann aber in Deutschland geboren sein. Die Vorfahren kommen aus dem Ausland und sind nicht deutsch stämmig. … Einige Russlanddeutsche haben es zur Berühmtheit geschafft. Dazu zählt die Sängerin Helene Fischer, der Nobelpreisträger Andre Geim und der Fußballspieler Gabriel Heinze.“ Quelle

Einige Russlanddeutsche bekennen sich aktuell offen zur AfD und präsentieren sich unter der Domain: https://russlanddeutsche-afd.nrw. Zum Tag der Russlanddeutschen am 28. Auugust schreiben sie: „Liebe Sympathisanten und Freunde der AfD, liebe Russlanddeutsche,auf diesem Wege laden wir Euch für Mittwoch, den 28.08.2019 um 18:00 Uhr nach Leverkusen ein. Wir werden zur Erinnerung an Deportation, Vertreibung und Verfolgung der Deutschen in der UdSSSR am Ostdeutschen Kreuz (Friedhof Manfort, Manforter Str. 182, 51373 Leverkusen) Blumen niederlegen.“ Quelle

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Slowakischer Nationalaufstand

gegen die ab 29. August 1944 beginnende Okkupation der Slowakei durch die deutsche Wehrmacht … Der Slowakische Nationalaufstand war neben dem Warschauer Aufstand die größte Erhebung gegen das nationalsozialistische Herrschaftssystem und seine Verbündeten in Ostmitteleuropa. .. Der Aufstand dauerte bis zum 28. Oktober 1944, als die militärische Führung der Aufständischen nach dem Fall von Banská Bystrica den offenen Kampf gegen die Wehrmacht aufgab und zum reinen Partisanenkampf überging, den sie bis zur Befreiung der Slowakei durch die Rote Armee im April 1945 fortsetzte. … Der 29. August ist in der heutigen Slowakei ein Staatsfeiertag.“ wikipedia

Aber: „Gänzlich unumstritten ist der Aufstand in der slowakischen Erinnerungskultur nicht. Noch 1990 schrieb der tschechische Historiker und Mitarbeiter der Slowakischen Akademie der Wissenschaften Anton Spiesz: „Im Grunde war es weder ein slowakischer noch ein nationaler Aufstand, hinter dem nicht die Mehrheit der slowakischen Bevölkerung stand, sondern nur eine Minderheit, und zwar Kommunisten, Tschechoslowakisten und Menschen … Die Masse der slowakischen Bevölkerung stand hinter der slowakischen Regierung und ihrem Präsidenten Jozef Tiso.“ Quelle und mehr dazu hier: WELT 2014

PS: Der Tag wird manchmal verwechselt mit dem Slowakischen Aufstand von September 1848 bis November 1849. Dort ging es um slowakische bewaffnete Feldzüge gegen die Magyaren im Rahmen der Revolution von 1848 und 1849.

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Passend zum Tag der Russlanddeutschen auch:

20. Juni: Weltflüchtlingstag / World Refugee Day / Welttag der Migranten und Flüchtlinge

7. Mai: Kein Welttag – aber in Russland der Tag des Radios

24. Mai: Kein Welttag – aber hier & da Tag der kyrillischen / slawischen Schrift – Ден на славянската писменост